{"id":1251,"date":"2018-04-23T21:12:21","date_gmt":"2018-04-23T19:12:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kammerchorpesterwitz.de\/?page_id=1251"},"modified":"2018-04-23T21:12:21","modified_gmt":"2018-04-23T19:12:21","slug":"presse-2016","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.kammerchorpesterwitz.de\/?page_id=1251","title":{"rendered":"Presse 2016"},"content":{"rendered":"<h4>Dresdner Neueste Nachrichten, 31.5.2016<\/h4>\n<h6>Es war einmal<\/h6>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">\u201eDer Rose Pilgerfahrt&#8220; bei den Pesterwitzer Konzerten<br \/>\nVON MAREILE HANNS<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vom Vorplatz der Jakobuskirche zu Pesterwitz hat man einen herrlichen Rundblick ins Land um Dresden und Freital. Die Sonne strahlte, die V\u00f6gel zwitscherten voller Inbrunst mit, ein Gl\u00e4schen Pesterwitzer Wein und dazu ein gen\u00fcsslicher musikalischer Ausflug in die romantische M\u00e4rchenwelt selbstverst\u00e4ndlich auf vortrefflichem Niveau &#8211; alles zusammen die perfekten Zutaten f\u00fcr einen sp\u00e4ten Sommernachmittag im Fr\u00fchling. Passend zum Austragungsort, der nach dem Pilger Jakobus d. \u00c4. benannten Kirche, widmete sich Anne Horenburg samt ihrem Chor, einer Pianistin und den notwendigen Solisten Robert Schumanns weltlichem Oratorium \u201eDer Rose Pilgerfahrt&#8220;. Es wurde 1851 im Musiksalon der Stadtwohnung Schumanns in D\u00fcsseldorf uraufgef\u00fchrt und erklang in Pesterwitz in selbiger Klavierfassung.<br \/>\nAn die altmodische Textvorlage des Chemnitzer Gerichtsdieners Heinrich Moritz Horn f\u00fcr das Kunstm\u00e4rchen muss man sich erst einmal gew\u00f6hnen und sich entf\u00fchren lassen in die hochromantische Welt. Das Elfenm\u00e4dchen Rose sehnt sich nach Menschsein und Liebe, erh\u00e4lt von ihrer Mutter, der Elfenk\u00f6nigin, eine Rose als sch\u00fctzendes Totem mit. Sie geht ihren Weg ins Menschenreich, erlebt Hass und Liebe, Geburt und Tod, um nach ihrem Ende nicht ins Elfenreich zur\u00fcckzukehren, sondern \u201ein das Himmelreich zu den Engeln emporzuschwingen&#8220;. So weit die Geschichte, die heutzutage kaum \u00fcberleben w\u00fcrde &#8211; w\u00e4ren da nicht Schumanns geniale Liedpretiosen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Klangsch\u00f6n und abwechslungsreich<\/em><br \/>\nDas wirkt alles so emotionsreich, so ohne Ende klangsch\u00f6n und abwechslungsreich. Und Schumann l\u00e4sst so wunderbar singen! F\u00fcr die Pesterwitzer Auff\u00fchrung stand Anne Horenburg ihr bestens aufgelegter Kammerchor zu Verf\u00fcgung, gleicherma\u00dfen ausdrucksintensiv und stimmlich variabel. Ob es nun die lichten Elfench\u00f6re der Damen, der kernig schmetternde J\u00e4gerchor der Herren \u201eBist du im Wald gewandelt&#8220; oder der perfekte Mischklang in \u201e0 selge Zeit&#8220; &#8211; da gab es nichts zu m\u00e4keln, alles war klanglich ausbalanciert und fein differenziert. Dass dieser Chor erst 1999 gegr\u00fcndet wurde und inzwischen diese \u00fcberzeugende Qualit\u00e4t erreicht hat, ist kaum zu glauben. Am Fl\u00fcgel hatte Antje Hebenstreit eine gro\u00dfe Verantwortung und die inspirierende Funktion der Auff\u00fchrung. F\u00fcr sie und ihre Leistung das Wort \u201ezuverl\u00e4ssig&#8220; zu gebrauchen, k\u00e4me einer Beschimpfung gleich. Unaufdringlich und flexibel die Impulse gebend war sie einfach unverzichtbar. Toll!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Erfahrung und Entdeckung im Solistenensemble<\/em><br \/>\nIm Solistenensemble hielten sich Erfahrung und Entdeckung die Waage. Wegen Erkrankung musste \u00fcber Nacht eine neue \u201eRose&#8220; erbl\u00fchen. Blitzschnell lernte Amrei Rebecca Beutle ihren Part und brillierte ohne Fehl und Tadel mit glasklar gef\u00fchrtem, geschmeidigem Sopran, gepaart mit gestalterischer Intensit\u00e4t. Eine herausragende Leistung! Dazu kam der helle, prachtvolle Tenor von Samir Bouadjadja, der auf sehr individuelle und \u00fcberzeugende Weise eines kann, n\u00e4mlich erz\u00e4hlen.<br \/>\nDass Britta Schwarz gerade dieser Schumann am Herzen liegt, war un\u00fcberh\u00f6rbar. Empfindsam und mit der f\u00fcr sie so ganz typischen Charakterisierungskunst tauchte sie in die h\u00f6chst unterschiedlichen, f\u00fcr ihre Stimmlage vorgesehenen Partien ein &#8211; beispielsweise die Marthe, deren Bosheit einem schon Schauer \u00fcber den R\u00fccken rieseln lie\u00df, oder das kecke Duett \u201e0 liebe M\u00fchle&#8220; und das herrliche Lied \u201eIm Wald, gelehnt am Stamme&#8220;, in dem sie all die W\u00e4rme und Sch\u00f6nheit ihrer Altstimme ausspielte &#8211; Britta Schwarz&#8216; zuzuh\u00f6ren ist eben immer ein Genu\u00df. Markant und vollt\u00f6nend, dabei gestalterisch hellwach, gab Johannes G.Schmidt z.B. dem Totengr\u00e4ber eindrucksvoll Gestalt. Und auch bei dem Bariton Ingolf Seidel wei\u00df man schon seit langem, was man hat &#8211; beste Qualit\u00e4t. Wie feinsinnig sang er etwa das Lied \u201eWer kommt am Sonntagmorgen&#8220;.<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Frau Hanns erlaubte uns freundlicherweise, Ihre Kritik auf unserer Homepage zu publizieren.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dresdner Neueste Nachrichten, 31.5.2016 Es war einmal \u201eDer Rose Pilgerfahrt&#8220; bei den Pesterwitzer Konzerten VON MAREILE HANNS Vom Vorplatz der Jakobuskirche zu Pesterwitz hat man einen herrlichen Rundblick ins Land um Dresden und Freital. 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